Aufgabenliste:

Ideensammlung seit Januar 2016, wollte ich zur Gründungsversammlung vortragen/verteilen. Der Gründungstermin fiel dann aber kurzfristig in unseren Kurzurlaub mit den Imkern.

Aufruf zur Motivation
Alle verschieden Fälle/Varianten sind hier in der Gemeinde schon vorhanden oder einmal gelaufen.
- Das fängt beim Fluchtweg an, der unterschiedlich traumatisch gewesen sein kann, zusätzlich zu den Erlebnissen im Herkunftsland. (Beispiele ohne Namen)
- Das geht bis zur Rückführung ins Heimatland, wo eine Familie bereits in Stuttgart verschwand.
- Da gibt es die Bauingenieursstudentin, die in einem Jahr bis zur Studierberechtigung Deutsch lernte.
- Da gibt es den unwilligen Lerner, der den Unterricht schwänzt.
- Da gibt es den 9 jährigen, der im Herbst aufs Gymnasium sollte.
- Da gibt es den Lehrling, der allerseits nur gelobt wird und bereits bei Bürgerhilfe und Feuerwehr aktiv ist und seinen deutschen Führerschein fehlerfrei machte.
- Da gibt es den Muslim, der seiner Frau keine Papiere, nicht einmal die AOK- Karte überläßt.
usw.....
(Das Maibaumstellen 2014 in Oberspeltach führte wegen Ernst Bögel, Sprachpoblemen und einem leeren Bierglas spontan zum ersten Freundeskreis Integration, von niemandem so beabsichtigt, aber real existierend)
(Maryam's Gärtchen statt Psychopharmaka, Idee Dr. Ickert, Land von Martin Gräher, Maschinen von Ernst Bögel) ggf. weiter...
Alle Beispiele zeigen, daß es ohne Unterstützung durch die einheimische Bevölkerung nicht geht. Daß die Hilfe nicht nur gerne und dankbar angenommen wird, sondern auch auf unterschiedlich fruchtbaren Boden fällt, ist klar. Daß die Hilfe aber weit überwiegend zu sehr positiven Ergebnissen in oft kurzer Zeit führt, sollte als Ansporn und Aufmunterung dienen.

Organisation:
Wie sich der Freundeskreis Integration letzlich nennt, ist egal. Die Anmeldung und Eintragung als e.V. würde schon zuviel Energie unnötig verbrauchen. Eine Liste der Mitmacher wird genügen. Eine hierarchische Gliederung ist ebenfalls nicht notwendig und wünschenswert. Wichtig ist aber die verantwortliche Betreuung jeder Person/Familie durch einen "Paten". Der Pate steuert und verteilt Aufgaben und kontrolliert z.B. Termine und Anträge bei Behörden. Er sollte ggf. eine spezifische, oder allgemeine Vollmacht haben.

Praktische Arbeit: Siehe Liste unten, da stehen alle Notwendigkeiten drauf.

Lagerraum: Es erreichen mich immer Angebote für Sachspenden. Nicht immer können die gleich an den Bedarfsempfänger weitergeleitet werden. Bei der Anzahl der Zuweisungen im Gemeindegebiet wird in Zukunft Zwischenlagerbedarf für Kleidung, Hausrat und Möbel bestehen. Bitte stellen Sie eine ungenützte Scheune/Schuppen oder Garage zur Verfügung.

Geldspenden: Es existiert bereits ein Konto, wo mit Geldspenden viel geholfen werden konnte. Es wird "Den Flüchtlingen" eben nicht alles reingeschoben, wie an Stammtischen oft behauptet wird.

Regelungsbedarf bei Flüchtlingen, die sie im Gegensatz zu Inländern nicht selbst regeln können. (Viele Deutsche schaffen es aber auch nicht, was ich aus Schicksalen der Bewährungshilfe weiß)

- Papiere, Anträge, Ausweise, Anträge auf etwas was man nicht kennt, kann man nicht stellen, Informationspflicht der Behörden, nur die, die den deutschen Sozialstaat ausnützen wollen, haben schon die entsprechenden Kenntnisse aus ihren Netzwerken
- sprachliche Verwirrung bei den Rechtsbegriffen, da tun sich die Ehrenamtlichen schon schwer, für Flüchtlinge ist es eine Zumutung
- Regelungen der Gesundheitsfürsorge, auch da wird politisch viel geredet, aber keine Behörde informiert. Jetzt z.B. Gesundheitskarte mit Brief. Was wird das?
- Ungewissheit, da Behörden nicht offen informieren.
- Ungewissheit Bamf, angeblich gibt es jetzt eine Liste beim LA, Fall Mohamadi
- Schulausbildung, Lehrersprechstunden, Kontakt zur Schule
- Sprachausbildung ab der ersten Stunde. ggf. auf niedrigstem Niveau, bringt auch Struktur in den Tagesablauf.
- Beschäftigungsprogramme, denn Müßiggang ist aller Laster Anfang
- häuslicher Bereich, Wohnsituation, Hausmeister, ggf. Mietverträge
- Asylantrag, Wartezeit, Ungewißheit, mangelnde Information. Warum gibt es z.B. keine veröffentlichte Warteliste beim BAMF, Meist ist der Verbleib der Akten und der abgenommenen Papiere ungewiss
- Anschlußunterbringung, eigener Mietvertrag, Papierkrieg mit Jobcenter
- Vertretung vor der Arbeitsagentur
- öPNV / Privat PKW viele Transporte notwendig, Flüchtlinge in Craislheim können alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen, de facto Bevorzugung
-Kosten, Monatskarte, Kolibricard, aus dem Grundbedarf schlecht ersparbar,
-Arztbesuche
-Einkauf
-Sprachunterricht
- Organisation der Sach-Spenden
- Bedarfsermittlung
- Sammlung der Spenden
- Lagerung
- Verteilung
- Organisation der Geldspenden, das bisherige Spendenkonto muß in ein Treuhandkonto umgewandelt werden, damit Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können. z.B. bei Abwicklung über die Gemeindekasse (Unterkonto)
- Verfügbarkeit von WLan für Flüchtlinge. Smartphones sind wichtige Kontakthalter mit der Heimat und mit gleichsprachigen Flüchtlingen. Ersatz von Tageszeitung, Skype
- Beratung bei Handy-Vertrag, bzw. Prepaid, was ist der kostengünstigste Weg
- TV Empfang mit Satelliten der eigenen Sprachgruppe Doppel-LNB
- Einkauf über die Tafel, Einkaufsausweis
- gesund kochen, preisgünstig kochen mit Angeboten nach Jahreszeit. Kochkurs für z.B. einheimische Gerichte.
- Lebensmitteleinkauf und Vorratshaltung. Info zu Tiefkühlkost, aber nicht Tiefkühlpizza und Fertiggerichte.
- Was können die örtlichen Vereine anbieten?
- Beitragsfreie Mitgliedschaften (jedoch nicht Besserstellung als ALG II/Hartz IV)
- Koch- und Hauswirtschaftskurse Landfrauen
- Patenschaftsspenden für Mitgliedsbeiträge
-Sofortbedarf:
- Fahrdienst Einkauf (seit über einem Jahr fahre ich z.B. jeden Montag zur Tafel und anschließend zu Lidl für Wocheneinkauf 6 köpfige Familie)
- Abfrage vorhandene Sprachkenntnisse
- Sprachkurs sofort, notfalls laienhaft, aber sofort regelmäßig, Im DGH?
- Gartenarbeit zur Beschäftigung, "Maryams Gärtchen" aufteilen.
- Einrichtung einer regelmäßigen Sprech/Besuchsstunde zusätzlich zur Besuchsrunde der "Sozialen" vom LA (hier derzeit Frau Grath)

Der Betreuungsbedarf ist riesig. Sie wissen wieviel Zeit und Mühe Sie für Kinder aufwenden müssen. Flüchtlinge sind wie Kinder in einem neuen Land, aber ohne die neue gemeinsame Sprache.

"Wir schaffen Das" sollte auch in Frankenhardt gelten.
Entwurf: fortgeschrieben ab Jan16
Karl Reichart